Classified Procurement für die Fleischindustrie
Teil 1
Classified Procurement: Einkauf mit intelligenter Klassifizierung
Basel, Schweiz - 29.09.2021
Der heutige Beitrag bildet den Auftakt für eine dreiteilige Serie zu Classified Procurement, dem neuen Modul von msg food solutions für den klassifizierten Einkauf. Das Produkt unterstützt Unternehmen beim Einkauf "unklassifizierter" Produkte und ist bereits im Kräuter- und Milchbereich erfolgreich im Einsatz. In einem weiteren Schritt werden nun die spezifischen Anforderungen der Fleischindustrie ins Produkt aufgenommen. Dies lohnt eine genauere Betrachtung.
Gemeinhin gelten die Anforderungen in der Fleischbranche als herausfordernder als die in der sonstigen lebensmittelverarbeitenden Industrie. Dies zeigt sich einmal mehr auch bei den Funktionalitäten, die nun spezifisch für die Fleischindustrie ins Produkt Classified Procurement aufgenommen werden. Im Folgenden geben wir einen kurzen Abriss der Features, die Sie im Produkt erwarten dürfen.
Classified Procurement für die fleischverarbeitende Industrie nutzt neu statt Voranmeldung und Lebendviehannahme die Einkaufsbestellung und Anlieferung in SAP S/4HANA. Ein gravierender Unterschied zu anderen Primärprodukten besteht darin, dass die Klassifizierung und Abrechnung beim Lebendvieh, unterschieden nach Tiergattungen wie Rind und Schwein, pro Tierkörper vorgenommen wird. Mit dem Produzenten wird jedoch das Abholen einer ganzen Gruppe von Tieren (Posten oder Lot), die teilweise mehrere 100 Tiere umfassen kann, über eine Bestellposition vereinbart, die Anzahl der angelieferten Tiere hingegen über eine Anlieferposition festgehalten.
Damit die Klassifizierung pro Tier vorgenommen werden kann, wird nach der Anlieferung der Tiere im Schlachtbetrieb in der Regel erst im Schlachtprozess selbst für jeden Tierkörper eine Handling Unit ID vergeben, die mit der Anlieferposition verknüpft (verpackt) wird. Alle relevanten Eigenschaften der verschiedenen Partner (Produzent, Ferkelproduzent, Händler, Transporteur) und der Schlachttierkörper der verschiedenen Tiergattungen, die für die Abrechnung und die Dokumentation der Tauglichkeit des Tierkörpers wichtig sind, werden mittels der in SAP integrierten Klassifizierung den Tierkörpern, also der Handling Unit ID, zugewiesen.
Im Classification Cockpit (bisher Schlachtdatencockpit) erhält der Anwender einen transparenten Überblick mittels Ampelstatus zu jeder HU (bisher Schlachtprozessnummer). Dazu wurde die SAP-Statusverwaltung in CP integriert. Basierend auf einem Statusschema können individuelle Anwenderstatus in den Prozess integriert werden. Ein ausgeführter betriebswirtschaftlicher Vorgang, kann einen oder mehrere Status für ein Objekt setzen bzw. löschen. Ausserdem integriert im Ampelstatus sind Plausibilitätsprüfungen hinsichtlich der Bandbreite von Gewichten und Magerfleischanteilen oder Indexpunkten. Darüber hinaus wird der Anwender darauf hingewiesen, wenn Pflichtmerkmale der Klassifizierung nicht bewertet sind.
Des Weiteren integriert in das Classification Cockpit ist der Abgleich der Anzahl gelieferter Tiere zu den geschlachteten Tieren. Dies erfolgt über den Prozess «Verpackung» in SAP. Dabei wird die HU einer Lieferposition zugewiesen. HUs, die keiner Anlieferposition zugewiesen sind oder neu zugewiesen werden müssen, können im Cockpit durch einfaches Markieren der HU und der Anlieferposition verknüpft werden. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, manuell oder per Job eine Aktivität zu starten, um die Zuweisung auf Basis der Postennummer oder anderer Regeln automatisch vorzunehmen.
Der Umstand, dass diese neuen Funktionen bei Bedarf auch in anderen Bereichen der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden können, dürfte auch Interessenten aus anderen Branchen aufhorchen lassen.
Freuen Sie sich also schon jetzt auf den nächsten Beitrag mit dem zweiten Teil unserer Serie zu den Neuerungen in Classified Procurement.